Sammlung Tellgmann

Obwohl das Haus Doorn keine Akquisitionspolitik verfolgt, wurde für diese Fotokollektion eine Ausnahme gemacht. Im Jahre 1998 boten die Nachfahren des Fotografen Oscar Tellgmann aus Eschwege (Deutschland) eine Serie von 65 Fotos zum Kauf an. Diese Fotografien, lauter Gelatine-Silberdrucke,  wurden im Jahr 1933 von Oscar Tellgmann in Doorn aufgenommen. Sie zeigen Exterieur und Interieur von Haus Doorn, den Park, die Orangerie und das Torgebäude. Auch hat der Fotograf vom früheren Kaiser Wilhelm II. und seiner zweiten Ehefrau Hermine eine Reihe von Porträtaufnahmen gemacht.  

Weil die Fotografien einen einzigartigen Eindruck von der Situation in und um Haus Doorn im Jahre 1933 bieten, also der Zeit, in der Wilhelm das Haus Doorn bewohnte, wurde nach Fonds gesucht, um die Sammlung ankaufen zu können. Mit finanzieller Unterstützung von Het Anjerfonds Utrecht und der Stichting Vrienden van Huis Doorn konnten die Fotografien 1998 angekauft werden.

Es erhebt sich allerdings die Frage, warum diese Fotos sich nicht in der Kollektion von Haus Doorn befanden. Zweifellos ist Oscar Tellgmann im September 1933 im Auftrag des Kaisers nach Doorn gereist, um die Serie aufzunehmen, aber zu welchem Zweck dieser Auftrag erteilt wurde ist nicht bekannt. Die Entscheidung für Tellgmann war verständlich: zusammen mit seinem Bruder Franz hat Oscar schon vor dem Ersten Weltkrieg für den Kaiser gearbeitet, vor allem als Manöverfotograf. Er setzte seine Fotografentätigkeit für Wilhelm auch während des Krieges fort. Diese Fotos hat Tellgmann natürlich auch nach Doorn geschickt, aber dort hat man sie während der Inventarisierung in den 90er Jahren nicht gefunden. Möglicherweise haben die Erben des Kaisers die Serie nach seinem Tode mitgenommen, oder die Fotos sind auf andere Weise aus dem Inventar verschwunden.

Beim Kauf befanden sich die Fotografien noch in den schwarzen Originalkartons mit der Aufschrift: 63 Bilder. In dem Karton befanden sich die Porträtfotografien und die anderen Fotos in zwei getrennten Umschlägen. Auf dem ersten Umschlag: 12 Bilder Kaiser Wilhelm u. Kaiserin Hermine, auf dem zweiten Umschlag: Haus Doorn, 51 Bilder. Bei genauerem Hinsehen waren es aber insgesamt 65 Fotografien.

Die Tellgmann-Kollektion ist deshalb so wichtig, weil die Bilder den Zustand des Parks und der Gebäude zu der Zeit zeigen als Wilhelm und Hermine Haus Doorn bewohnten. Vor allem die Innenaufnahmen, die von ausgezeichneter Qualität sind,  vermitteln ein interessantes Bild der damaligen Einrichtung. Dadurch sind sie eine wichtige Quelle für die Präsentation der Exponate.

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