Die Kollektion

Der größte Teil der Fotosammlung von Haus Doorn ist Bestandteil des Inventars, das der deutsche Kaiser Wilhelm II. nach seiner Flucht und Abdankung im November 1918 in 59 Eisenbahnwaggons aus seinen Schlössern in Berlin und Potsdam nach Doorn kommen ließ. Die Sammlung besteht aus etwa 200 Alben, darunter hundert Prachtbände, losen und gerahmten Fotos, vereinzelte Daguerreotypien, 250 Lichtbildplatten und ebenso viele Autochrome, sowie einem Wandschirm mit rund hundert Porträtfotos des europäischen Hochadels um die vorige Jahrhundertwende.
Diese einzigartige Fotosammlung ist grob unterteilt in drei Kategorien.

Da sind zunächst einmal die Fotos aus der Zeit des 19. Jahrhunderts und dem Beginn des 20. Jahrhunderts. Unter den Familienfotos befinden sich die frühesten Fotografien (1845) in der Kollektion: zwei kostbare goldene Daguerreotypien, Porträts von Wilhelms Vater, dem späteren Kaiser Friedrich III., und seiner Schwester Luise. Aber auch Fotos der Großmutter Königin Victoria und ihrer Familie, Jugendporträts des Kaisers selbst und offizielle Porträts aus der Zeit seiner Regentschaft (1888-1918). In den gebundenen Prachtbänden befinden sich die Aufnahmen von offiziellen Anlässen. Der Kaiser beschäftigte bekannte Fotografen, wie Ottomar Anschütz und die Brüder Tellgmann.

Aus dem Ersten Weltkrieg stammt eine einzigartige Fotokollektion, die kurz nach dem Krieg kommentiert und in 23 Ordnern gesammelt wurde. Diese 2400 Fotografien bilden einen chronologischen Bildbericht das Tun und Lassen des Kaisers, wie die Besuche an der West- und Ostfront, wenn auch in sicherem Abstand von den Frontlinien.

Der dritte Teil der Kollektion entstand zwischen 1919 und 1941, dem Todesjahr des Kaisers. Auch in Doorn ließ Wilhelm sich und seine Umgebung fotografieren, meistens von deutschen Fotografen. Zudem wurden ihm auch aus Deutschland Alben und Fotos zugeschickt. Im Gegensatz zum repräsentativen Charakter der Sammlung bis 1914, erlauben viele der Bilder, die in Doorn entstanden sind, einen Blick in das Privatleben von Wilhelm und Hermine. 

Nach dem Tode des Kaisers im Jahre 1941 wurde ein kleiner Teil der Kollektion nach Deutschland mitgenommen. Der verbleibende Teil wird seit 1953 von der Stiftung "Stichting tot beheer van Huis Doorn" [Stiftung zur Verwaltung von Haus Doorn], als Bestandteil der musealen Exponate verwaltet.

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